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Ausstellungsraum Info-Center Di-Fr 10-17 +Sa 10-13 Uhr
Die Kunstaktion Seelenbretter der Künstlerin Bali Tollak!
Die Künstlerin Bali Tollak aus Schwabbruck (Oberbayern) hat 30 Seelenbretter auf dem Hauptfriedhof in Karlsruhe aufgestellt. Insgesamt verfügt die Künstlerin derzeit über knapp 200 bemalte und beschriftete Bretter, die u.a. schon im Künstlerhaus Wien und im Magdeburger Dom zu sehen waren. Begonnen hat Bali Tollak ihre Kunstaktion Seelenbretter im Jahre 2002 zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Fotografen Wolfgang Dennig, wobei beide mit ihren acht Aktionsbrettern reisten und diese in Landschaften an exponierten Orten aufstellten.
Inspiriert wurde die Künstlerin zu ihren Seelenbrettern durch Totenbretter im Bayerischen Wald, die dort als Flurdenkmale von vergangenen Bestattungsriten und einer besonderen Art innig besinnlicher Totenehrung künden.
Was sind Totenbretter ?
Totenbretter wurden in der Frühzeit zur Aufbahrung und Beerdigung der Verstorbenen verwendet, bis mit der Sargbestattung diese traditionelle Form mit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch in den ländlichen Gebieten Bayerns endgültig verschwand. Übriggeblieben sind heute nur vereinzelt Totenbretter in der Oberpfalz und im Bayerischen
Wald, die im Schutz von Hausdächern oder am Wegesrand anzutreffen sind.
Und was sind nun Seelenbretter ?
Die Seelenbretter der Künstlerin sind keine Toten- oder Bahrbretter, kein Verstorbener hat auf ihren Brettern gelegen, sondern die Seelenbretter verstehen sich als ein „memento mori“ an uns Lebende. Während früher der Dorfschreiner und Dorfmaler ein
Totenbrett ausschließlich für einen Toten anfertigte und verzierte, sind die Bretter der Künstlerin nur an uns Lebende gerichtet. Bali Tollak ist auf der Suche nach dem, was vom Menschen jenseits aller Lebensinszenierungen übrig bleibt, wenn er alle Rollen und
gesellschaftlichen Determinanten abgeschüttelt hat. Stumm und beredet zugleich sind die Seelenbretter in die Welt gestellt, geben den Blick des Betrachters letztlich an ihn zurück – wir schauen doch nur auf uns selbst.
Warum die Zitate, Symbole und Farben ?
Bei der Begegnung mit den Seelenbrettern besticht deren farbenfrohe Ornamentik und
Symbolik sowie deren Sprüche von Philosophen, Künstlern, Mystikern und Bibelzitaten. Die Botschaften auf den Seelenbrettern sind Lebenssinnsprüche von der Antike bis heute. Die Symbolik dagegen ist kulturübergreifend, die Rose steht für Leben und Tod sowie die
Jungfrau Maria. Die Sonne ist Symbol des Lebens. Spiralformen, die Jakobsmuschel und das Meer künden die Ewigkeit und die Pilgerschaft des Menschen auf Erden. Auf der Rückseite der Seelenbretter hat die Künstlerin mit ihrem farbigen Handabdruck
den Autor oder den Hinweis des vorderseitigen Lebensspruchs begleitet. Der Abdruck der Hand ist eine archaische Metapher für den Menschen selbst. Man sieht Handabdrücke
unserer Vorfahren in steinzeitlichen Höhlen, doch auch später, auf Pilgerreisen, hinterließen die Wanderer in so mancher Kirche ihren Händeabdruck. Die Farbe rot steht für Blut und Liebe, blau für Transzendenz, gelb für Sonne und Leben,
lila und gold für Spiritualität. Grün ist die Farbe der Hoffnung und der Natur, weiß der Reinheit und Unschuld, schwarz der Trauer und Vergänglichkeit.
Warum also die Seelenbretter ?
Bali Tollak malt ihre Seelenbretter für uns Lebende, sie sollen darauf hinweisen, dass die Verstorbenen und die Lebenden nicht wirklich getrennt sind. Seelenbretter sollen den
Betrachter anregen zum Innehalten und Sinnieren, zum Stillwerden in unserer lauten und hektischen Zeit. Sie vergegenwärtigen Jetztzeit und Vergangenheit und künden von der
Vergänglichkeit irdischen Seins.
* memento mori*(lat.) gedenke des Todes, denke daran, dass du sterben musst.
Weitere Informationen siehe Website: www.balitollak.de
Öffnungszeiten des Info-Centers und der Ausstellung
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Dienstags bis Freitags: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Samstags: 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr
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