Sonntag,
05.02.2012
 
Gräber  
Die Eheleute Jung-Stilling

Jung-Stilling, geboren am 12. September 1740 in Grund heute zu Hilchenbach in Nordrhein-Westfalen gehörend, studierte 1770-1772 in Straßburg Medizin, wurde Professor der Ökonomie-, Finanz- und Kameral- u. a. Wissenschaften und war dabei bekannter Star-Operateur, lebte seit 1803 als Geheimer Hofrat, Vertrauter und religiöser Berater des Großherzogs in Heidelberg; seit 1806 lebte er am Hof von Großherzog Karl Friedrich in Karlsruhe, während seine Familie in der Stadt wohnte. Goethe besuchte 1815 Jung-Stilling in dessen Wohnung in der Waldstrasse 10. Dort verbrachte Jung-Stilling seine letzten Lebensjahre. Nach seinem Tod wurde Jung-Stilling in Karlsruhe auf dem Alten Friedhof neben der Friedhofskapelle beerdigt; das Grabmal bestand aus einem Rotsandstein-Kreuz und vier darunter angebrachten Inschrift-Steintafeln (heute im Museum in Hilchenbach). Nach der Auflassung des Alten Friedhofs wurde das Grab zwar durch ein Gitter geschützt, aber die exponierte Lage erforderte 1968 eine Umbettung; da das vorhandene Grabmal in schlechtem Zustand war, wurde auf dem Hauptfriedhof ein neues geschaffen.

Inschriften:

„Hier ruht. / Johan. Heinrich. Iung. genant Stilling, geb. d: 12. / Spt. 1740. gst. d. 2. Ap. 1817. / Herr du weist / dass ich / dich lieb habe. / E. V. G. Ioh. 21 K. 15 V.“

„Hier ruht Elisabeth Jung, geb. Coing, geb. den 9. Mai 1756, gest. den 22. April [sic, recte März] 1817. Jenseits ist Wiedersehen und Vergeltung.“

Am Grabe predigt der reformierte Pfarrer Jakob Christoph Kühlenthal (1743-1818).

In der Krypta der Evang. Stadtkirche Karlsruhe sind zwei Gedenkplatten verlegt, eine für Göttlich August Knittel (1768-1820), die andere „Zum Gedenken an Johann Heinrich Jung genannt Stilling, 1740-1817, dem Christen und Wohltäter der Augenkranken"

„Grab von Jung-Stilling in Karlsruhe auf dem alten Friedhof an der Apsiswand der ev. Kirche / Bildstelle der Stadt Karlsruhe, phot. Förster“. – Das folgende Bild, fürs web komprimiert, stammt aus den Sämtlichen Schriften 1835, Bd. 2.



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