Samstag,
31.07.2010
 
Gräber  
Das Grab des Geheimrats Stadelmann


Eine kleine Odyssee hat die letzte Ruhestätte des Geheimrats Christian Dieterich Stadelmann (1673-1740) hinter sich, die sich heute von Büschen verdeckt an der östlichen Außenseite der Kapelle auf dem Hauptfriedhof befindet; es ist das älteste Grabmal auf dem Friedhof.
1740 nach dem Tod Stadelmanns, wurde er zunächst auf dem südlich der Konkordienkirche gelegenen lutherischen Friedhof beerdigt und sein Grab mit dem noch erhaltenen Grabmal geschmückt. Die sterblichen Überreste Stadelmanns wurden 1809 samt Grabmal auf den Friedhof am Lohfeld (Kapellenstraße). Als dieser Friedhof aufgelöst wurde, verbrschte man die Gebeine und das Grabmal im April 1890 auf den Hauptfriedhof an den jetzigen Ruheplatz.
So interessant wie die Geschichte des Grabmals ist auch die Lebensgeschichte Stadelmanns, die auf der barocken Grabplatte festgehalten ist.
Geheimrat Stadelmann hatte sich 1719 gegen jede freie Religionsausübung der Katholiken ausgesprochen, "weil dann der Fürst für seine katholischen Unterthanen und deren Klerisei, die ja einen eigenen Herrn hätten, nicht der Herr in seinem eigenen Land sein würde."
Schon zu Lebzeiten hatte Stadelmann eine Stiftung mit der Auflage gegründet, Schul- und Kirchenbücher für arme Kinder anzuschaffen und sein Grabmal zu unterhalten. 1963 besaß diese Stiftung noch ein Restkapital von 839,33 DM, welches in Anbetracht der inzwischen eingeführten Lehrmittelfreiheit im Sinne des Verstorbenen zur Renovierung seines Grabdenkmals verwendet wurde. Gleichzeitig wurde die Stadelmann´sche Stiftung aufgelöst.


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