Sonntag,
20.04.2014
 

Ausstellung
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Von der Gruft ins Leben!
Gruftenbuch Carlsruhe -
die digitale Wiederauferstehung des alten Friedhofs Kapellenstraße Ein Projekt von Schülerinnen und Schülern der Friedrich-List-Schule, Karlsruhe
Ratgeber  
Was tun im Trauerfall?


Mit dieser Frage wird jeder einmal konfrontiert. Hinweise zu folgenden Themen sollen Ihre Entscheidung vereinfachen:

Bestattungsvorsorge
Notwendige Unterlagen
Bestattungspflicht
Bestattungsfristen/Bestattungszeitpunkt
Bestattungsbezirke
Grabfelder
Grabstätten
Gärtnerische Grabanlagen/Grabpflege/Grabmale
Bestattungsarten
Ruhezeiten
Kleidung der Verstorbenen
Die Trauerfeier
Bestattungsmusik
Was tun, wenn...

 



Bestattungsvorsorge

Mit dem Bestatter Ihres Vertrauens kann ein Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen werden. Darin wird die Bestattung in allen Einzelheiten, einschließlich Bestattungsart, Sarg, Urne, Sterbewäsche, Trauerfeier, Grabstätte und -pflege und Grabmal sowie die Finanzierung
festgelegt. Diese kann auch aus Lebens- oder Sterbeversicherungen durch entsprechende Abtretung oder aus dem späteren Nachlass erfolgen. Tritt der Tod ein, so wird der Bestatter im Sinne des Verstorbenen tätig. Entscheidungen über die Art der Bestattung, aber auch über die Finanzierung sind den Hinterbliebenen damit abgenommen.
Weiter kann man zu Lebezeiten seinen Körper nach dem Tod der Anatomie (Ruprecht- Karls- Universität Heidelberg, Institut für Anatomie und Zellbiologie) für Studienzwecke zur Verfügung stellen. Entsprechende Einverständniserklärungen sind direkt dort erhältlich. Die Universität Heidelberg übernimmt nach Bekanntgabe und Beurkundung des Sterbefalles die kostenlose
Überführung des Leichnams nach Heidelberg. Nach der wissenschaftlchen Auswertung des Körpers kann die Trauerfeier und Beisetzung in Heidelberg oder auf dem Friedhof
der Heimatgemeinde erfolgen.

 

Notwendige Unterlagen


Für die Bearbeitung eines Sterbefalles sollte man bereithalten:

  • bei Ledigen:
    Geburtsurkunde
  • bei Verheirateten:
    Heiratsurkunde / Familienstammbuch
  • bei Geschiedenen:
    Heiratsurkunde mit rechtskräftigem Scheidungsurteil
  • bei Witwen/Witwern:
    zusätzlich Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners

 

 

Bestattungspflicht


In der Bundesrepublik Deutschland muss jeder menschliche Leichnam und jede Totgeburt auf einem ausgewiesenen Platz bestattet werden. Dies gilt für Erd- und Feuerbestattungen gleichermaßen. Ausgenommen davon sind Urnenbeisetzungen auf Hoher See. Fehlgeburten unterliegen nicht dem Bestattungszwang, können aber auf Wunsch der Angehörigen ebenfalls auf einem Friedhof beigesetzt werden.
Für die Bestattung sind grundsätzlich die nächsten Familienangehörigen (der Ehegatte, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister, Enkelkinder des Verstorbenen) verantwortlich, sofern der Verstorbene keine anderweitigen Anordnungen getroffen oder einen Dritten mit der Totenfürsorge beauftragt hat.

 

Bestattungsfristen/Bestattungszeitpunkt


Jeder Leichnam muss innerhalb von 36 Stunden nach Eintritt des Todes jedoch nicht vor Ausstellung der Todesbescheinigung - in eine öffentliche Leichenhalle überführt werden, es sei denn, der Verstorbene wird innerhalb dieser Frist in einer anderen Leichenhalle oder einem Leichenraum aufgebahrt.

Verstorbene, die nicht in Leichenhallen oder Leichenräumen aufgebahrt sind, müssen spätestens Stunden nach Eintritt des Todes bestattet oder bei einer Überführung in eine andere Gemeinde in diesem Zeitraum dorthin gebracht werden. Nach dem Bestattungsgesetz für Baden-Württemberg dürfen Verstorbene frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet werden. Von den vorgeschriebenen Fristen kann die zuständige Behörde unter
bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zulassen.

 

 

Bestattungsbezirke


Das Stadtgebiet Karlsruhe ist in Bestattungsbezirke aufgeteilt. Verstorbene können auf dem jeweiligen Friedhof des Bezirkes, in dem sie zuletzt ihren Wohnsitz hatten, oder auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe bestattet werden. Das Gleiche gilt für verstorbene oder tot aufgefundene Menschen ohne festen oder mit unbekanntem Wohnsitz.
Einschränkungen gibt es für die Friedhöfe Beiertheim und Mühlburg. Durch die Lage bedingt, gibt es dort keine Erweiterungsmöglichkeit.

 

Grabfelder


Die Friedhofssatzung bestimmt im Detail nach welchen Ordnungsprinzipien die einzelnen Gräber gegliedert und entsprechend zu gestalten sind. So gibt es besondere Grabfelder die für bestimmte Personengruppen reserviert sind.
· Zum Beispiel für Kinder
· Auf dem Hauptfriedhof und dem Rüppurrer Stadtteilfriedhof befinden sich Grabfelder verschiedener Schwesternorden. Ebenfalls auf dem Hauptfriedhof - Feld 29- finden verstorbene katholische Priester ihre letzte Ruhe. Muslimische Glaubensangehörige können auf dem Hauptfriedhof - Feld 40 - ihre Verstorbenen in besonderer Ausrichtung nach
Mekka zur letzten Ruhe betten. Für die Bevölkerungsgruppen der Sinti und Roma sind auf dem Hauptfriedhof - Feld 7 - und auf dem Stadtteilfriedhof Grünwinkel Grabfelder für die Bestattung ihrer Angehörigen vorgesehen. Fast jeder Friedhof hat Ehrenfelder die den Toten der Kriege gewidmet sind.
Die Friedhofssatzung gibt aber auch darüber Auskunft, ob strenge, geringe oder gar keine Gestaltungsanforderungen vorgeschrieben sind.

 

Grabstätten


Reihengräber

werden erst im Todesfall innerhalb des zur Belegung anstehenden Gräberfeldes grundsätzlich für die Dauer von 20 Jahren abgegeben. Eine Verlängerung ist nicht möglich. Die Grabstätte kann nur einmal - auch im Fall einer Aschenbeisetzung - belegt werden.

Wahlgräber
können schon zu Lebzeiten erworben werden. (Ausnahmen: Friedhöfe Beiertheim und Mühlburg). Die Wahlgräber können eine oder mehrere Stellen umfassen. Das Nutzungsrecht an diesen Gräbern kann über die Ruhefrist hinaus auf Antrag verlängert werden. Weitere Zubettungen von Verstorbenen in Erdbestattungswahlgräbern sind möglich, wenn bereits bei früheren Sterbefällen die Verstorbenen tiefer gelegt wurden.
In einem Urnenwahlgrab können ebenfalls mehrere Urnen beigesetzt werden. Auch besteht die Möglichkeit, Urnen in einem Erdbestattungswahlgrab beizusetzen.
Zu den Wahlgrabstätten zählen auch Grüfte und Kolumbarien (Urnenmauern). Das Nutzungsrecht an Kolumbarien kann erst im Zusammenhang mit der Anmeldung eines
Sterbefalls beantragt werden.
Reihen- und Wahlgrabstätten werden sowohl für die Erdbestattung als auch für die Feuerbestattung angeboten.
Auskünfte zur Auswahl der Grabstätten erteilen die Mitarbeiter des Infocenters, des Friedhofs- und Bestattungsamtes oder die jeweilige Ortsverwaltung.

"Mein letzter Garten"
Der Karlsruher Friedhof hat ein besonderes Rasenfeld für anonyme Urnen- und Erdbestattungen in Form von Reihengräbern. Auf dem neuen Landschaftsgräberfeld "Mein letzter Garten" werden halbanonyme Rasenreihengräber angeboten.

 

Gärtnerische Grabanlagen/Grabpflege/Grabmale


Grabstätten müssen grundsätzlich so gestaltet werden, dass sie die Würde des Friedhofs wahren.
Sie sind weiter in gepflegtem Zustand zu halten. Das betrifft sowohl die Bepflanzung als auch die Standfestigkeit und Pflege der Grabmale.
Die gärtnerische Anlage und die Pflege einer Grabstätte können die Angehörigen und Hinterbliebenen selbst durchführen. Die, die dazu gesundheitlich oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, können die Dienste von Friedhofsgärtnereien in Anspruch nehmen. Auch besteht die Möglichkeit, einen Legatpflegevertrag durch Testament vorzusehen oder schon zu Lebzeiten für eine bestimmte Dauer (z. B. Ruhefrist) mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner oder anderen entsprechenden Vertragspartnern abzuschließen. Diese sorgen dann dafür, daß die Grabstätte vertragsgemäß über Jahre hinaus gepflegt und instandgehalten wird.
In Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner werden auf den Friedhöfen auch Urnengrabstätten mit gärtnerischer Gesamtgestaltung angeboten. Dabei handelt es sich um Reihen- und Wahlgräber die einheitlich eingefasst und gärtnerisch angelegt sind.
Jahreszeitlich bedingter Blumenwechsel ist ebenso vertraglich geregelt wie die Instandhaltung der Grabstätte, deren gärtnerische Pflege und Unterhaltung. Diese Grabanlagen sind im Hinblick auf die Grabpflege eine Alternative zu den Kolumbarien.
Die Errichtung eines Grabmals bedarf der vorherigen Genehmigung der Friedhofsverwaltung. Die Erlaubnis wird im Rahmen der Friedhofssatzung der Stadt Karlsruhe erteilt, die unter anderem die Bestimmungen über die Gestaltung der Grabmale festlegt, aber weiter auch
die Mindest- und Maximalanforderungen an diese in den einzelnen Grablagen.
Künstlerisch und geschichtlich wertvolle Grabmale oder solche, die als besondere Eigenart des Friedhofs gelten, werden in einem Verzeichnis geführt und unterstehen dem besonderen Schutz der Friedhofsverwaltung.
Die Nutzungsberechtigten bei Wahlgrabstätten bzw. die Grabverpflichteten bei Reihengrabstätten haften für alle Schäden, die von der Grabstätte ausgehen und von ihnen zu
vertreten sind.

 

Bestattungsarten

  • Erdbestattung
    Der Leichnam eines Verstorbenen wird in einem Sarg in einem Erdgrab bestattet.

  • Feuerbestattung
    Voraussetzung für eine Feuerbestattung ist eine weitere Leichenschau durch einen Amtsarzt. Liegen keine Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod vor so erteilt die Ortspolizeibehörde des Einäscherungsortes die Erlaubnis zur Feuerbestattung. Der in einen Sarg gebettete Verstorbene wird im Krematorium eingeäschert. Die Urne mit der Asche des Verstorbenen kann dann in einem Urnenreihen-, Urnenwahlgrab oder in einem Erdbestattungsgrab beigesetzt werden.

  • Seebestattung
    Dieser geht eine Einäscherung voraus. Die Ortspolizeibehörde muss hierzu eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Die Asche des Verstorbenen wird später in einer
    wasserlöslichen Urne durch eine Reederei in einem bestimmten Seegebiet dem Meer übergeben. Angehörige können zugegen sein.

 

Ruhezeiten


Für die Erdbestattung wie für die Urnenbeisetzung beträgt die Ruhezeit 20 Jahre. Auf einigen Stadtteilfriedhöfen beträgt die Ruhezeit aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse für Sargbeisetzungen 25 bzw 35 Jahre.

Die Ruhefristen für die Karlsruher Friedhöfe sind bei Erdbestattungen wie folgt festgelegt:

Für Erwachsene und Kinder nach Vollendung des 10. Lebensjahres
20 Jahre
Für Kinder bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres
15 Jahre
Für konservierte Leichname (nur im Wahlgrab)
50 Jahre
Für Bestattungen in Hartholzsärgen
(nur im Wahlgrab)
30 Jahre
Für Bestattungen in Metallsärgen
(nur im Wahlgrab)
50 Jahre
Bei Aschenbeisetzungen
20 Jahre

 

 

Kleidung der Verstorbenen


In unserem Kulturkreis ist es üblich den Verstorbenen angekleidet in den Sarg zu betten. Es besteht die Möglichkeit, ihm extra dafür vorgesehene Sterbewäsche anzuziehen.
Aber auch eigene Kleidung ist möglich.

 

Die Trauerfeier


findet grundsätzlich in der Friedhofskapelle nach vorheriger Terminvereinbarung mit der Friedhofsverwaltung statt. Der Sarg oder die Urne werden hierzu in die Kapelle
gebracht. Der Pfarrer der zuständigen Kirchengemeinde, ein ausgewählter Pfarrer oder anderer Redner gestaltet die Trauerfeier. Angehörige und Freunde des Verstorbenen können die Gestaltung auch selbst vornehmen. Nach Abschluss der Trauerfeier wird der Sarg bei einer Erdbestattung zum Grab gebracht bzw. bei einer Feuerbestattung ins Krematorium überführt.
Die Trauerfeier kann auch direkt am offenen Grab stattfinden.

 

Bestattungsmusik

In den städtischen Friedhofskapellen wird grundsätzlich ein Orgelspiel angeboten. Auf Wunsch vermitteln die Mitarbeiter auch Solisten an Cello oder anderen Instrumenten. Die Hinterbliebenen können aber auch Künstler selbst verpflichten oder Beiträge von mitgebrachten Tonträgern abspielen.
Es empfiehlt sich, die jeweilige Musik mit dem Pfarrer / Trauerredner abzustimmen.

 

Was tun, wenn...


Bei Eintritt eines Sterbefalles muss zur Feststellung des Todes, Todeszeitpunktes, der -art und der -ursache - von einem Arzt unverzüglich die Leichenschau vorgenommen werden. Er stellt eine Todesbescheinigung und einen Leichenschauschein aus, wenn er sichere Zeichen des Todes festgestellt hat.
Sollten sich bei der Leichenschau Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod ergeben oder handelt es sich um die Leiche eines Unbekannten, so hat der Arzt sofort eine Polizeidienststelle zu verständigen.


Für die Bestattung ist weitere Voraussetzung, dass der Standesbeamte des Sterbeortes auf der Todesbescheinigung die vollzogene Eintragung des Sterbefalles in dem Sterbebuch vermerkt hat. (Auf Anforderung erteilt das Standesamt den Hinterbliebenen die gewünschte Anzahl der Sterbeurkunden zur Vorlage bei Behörden, Versicherungen, Banken etc.).

Für die Erledigung aller Formalitäten, die in Zusammenhang mit der Bestattung des Verstorbenen stehen, empfiehlt es sich, ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen, das auf Wunsch folgende Leistungen übernimmt:

  • Beratung über die Bestattungsarten wie Erd- oder Feuerbestattung, See- oder anonyme Bestattung

  • Überführung vom Sterbeort zur Leichenhalle im bereits ausgesuchten Bestattungssarg bzw. in einem Unfall- oder Notsarg

  • Lieferung des Sarges oder der Urne, der Sterbewäsche

  • Beurkundung des Sterbefalles beim zuständigen Standesbeamten

  • Terminvereinbarungen mit der Friedhofsverwaltung über den Zeitpunkt der Trauerfeier und der Bestattung unter Berücksichtigung der Terminierung mit dem Pfarrer oder Redner

  • Vermittlung von Sarg- und Kranzschmuck, soweit die Angehörigen dies nicht selbst ausführen oder durch eine Gärtnerei /ein Blumengeschäft ausführen lassen.

  • Vermittlung oder Besorgung einer Fahrgelegenheit für den Geistlichen oder Redner

  • Aufgabe von Traueranzeigen sowie der späteren Danksagungen

  • Besorgung der Trauerkarten

  • Abrechnung der Bestattungskosten mit der Krankenkasse des Verstorbenen

  • Besorgung der erforderlichen Papiere

  • Überführung im Inland, ins Ausland oder vom Ausland

  • Beratung in Rentenangelegenheiten, Rentenabmeldungen

  • Beauftragung eines Steinmetzes bzw. eines Friedhofsgärtners zur Abräumung einer vorhandenen Grabstätte, wenn der Verstorbene dort bestattet werden soll.

Teilweise können diese Leistungen rund um die Uhr zwischen dem Bestattungsunternehmen und den Angehörigen besprochen und erteilte Aufträge auch ausgeführt werden.

 








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