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Sehr geehrte
Besucherin, sehr geehrter Besucher,
hier können Sie den
Plan vom Skulpturen-Rundgang abrufen, der den kompletten Rundgang
zeigt und ausgedruckt werden kann. Unter den einzelnen nummerierten
roten Punkten können Sie die Fotos der einzelnen Grabstätten
abrufen. Dort erfahren Sie auch den Namen des Gestalters und des
Gärtners der jeweiligen Grabstätte.
Die Grabstätten
können alle käuflich erworben werden.
Der
Ausstellungskatalog ist ab jetzt im Info-Center für 18,00 €
erhältlich.
Übersichtsplan zum neuen Skulpturen-Rundgang. (PDF)
Vorbildliche
Dauerausstellung
Seit dem 30. Mai läuft
die Dauerausstellung "Aspekte – die Einmaligkeit des
Lebens" auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe. 60 Gestalter haben
für ausgewählte Freiflächen zwischen
bestehenden Gräbern Grabzeichen geschaffen, die mehr als
Datenträger sind. Die von 50 Friedhofsgärtnern
bepflanzten Grabstellen werden entlang eines Rundwegs
präsentiert und zum Kauf angeboten.
Sommerlich heiß
war es am 30. Mai zur Eröffnung der Dauerausstellung "Aspekte
– die Einmaligkeit des Lebens" auf dem Karlsruher
Hauptfriedhof. Aus ganz Deutschland und der Schweiz waren Gestalter
angereist. Im Schatten sitzend nutzten sie schon vor
Veranstaltungsbeginn die Gelegenheit zum Austausch über das
Projekt. Angenehm kühl war es in der "Großen
Kapelle", wo die Ausstellung feierlich eröffnet wurde.
Oberbürgermeister Heinz Fenrich, Schirmherr des
Projekts, lobte das Friedhofs- und Bestattungsamt für seinen
innovativen Geist: Auf immer neue Weise werde der Friedhof in
Karlsruhe als Raum des Erinnerns, Trauerns und Lebens inszeniert. Die
Ausstellung sei eine gelungene Umsetzung von Kunst im öffentlichen
Raum.
Vom Ausstellungsthema persönlich bewegt zeigte
sich Innenminister a.D. Heribert Rech MdL. Der Tod sei nicht das
Ende der Menschenwürde. Die Bestattung dürfe nicht zur
anonymen Entsorgung einer materiellen Hülle verkümmern.
Rech plädierte für individuelle Friedhofskultur und die
Aufrechterhaltung des Friedhofzwangs. "Die Urne darf nicht einem
Einzelnen gehören."
Das Besondere an
"Aspekte"
Die Ausstellung ist keine
Mustergrabanlage. Die für die Ausstellung geschaffenen
Grabzeichen stehen auf Freiflächen zwischen bestehenden Gräbern
mitten in »Filetstücken« des Karlsruher
Hauptfriedhofs. Auf Hinweisschildern finden interessierte
Besucher Angaben zur Gestaltung, zum Material und zum ausführenden
Betrieb. Die Grabstätten werden von ausgewählten
Friedhofsgärtnern dauerhaft gepflegt und können als
persönliche letzte Ruhestätte erworben werden.
Das
für seine innovativen Projekte ("Mein letzter Garten",
"Der Lebensgarten«, "Ein Grab für die Ewigkeit"
...) bekannte Friedhofs- und Bestattungsamt der Stadt Karlsruhe hat
mit diesem Projekt aus der Not eine Tugend gemacht: Die dramatische
Zunahme der Freiflächen ist laut Friedhofsamtsleiter Matthäus
Vogel auf die Zunahme von Urnenbeisetzungen und die sich verringernde
Identifikation der Menschen mit individuellen und dauerhaft
angelegten Gräbern zurückzuführen. Diese
Entwicklung stellt die Friedhofsverwaltungen und alle am Friedhof
tätigen Gewerke vor große Herausforderungen, so Vogel.
Veränderungen böten aber auch Chancen: »Mehr Platz
bedeutet auch mehr Raum für besondere Gestaltungen."
Wie die Ausstellung
entstand
Inmitten des in den
Jahren 1874 bis 1876 angelegten Friedhofsparks haben Matthäus
Vogel und sein Team im vergangenen Juli größere und
kleinere Freiflächen markiert. In Zusammenarbeit mit der
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal luden sie 75 namhafte
Gestalter aus Deutschland und der Schweiz dazu ein, für diese
Freiflächen Grabzeichen zu gestalten. Nicht »schöne«
Datenträger waren gefragt, sondern Zeichen mit Stellvertreter-
oder Wächterfunktion. Anonyme Beisetzungen oder Waldbestattungen
sind oft nur Verlegenheitslösungen, ist Matthäus Vogel
überzeugt. "Dem wollen wir zeitgemäße Angebote
auf dem Friedhof entgegensetzen."
41 der 75
angeschriebenen Gestalter sagten spontan ihre Teilnahme zu, weitere
folgten. Insgesamt beteiligten sich an dem Projekt 60 Bildhauer und
Steinmetze sowie 50 Friedhofsgärtner. Matthäus Vogel hatte
für das Projekt bewusst einen offenen, unbürokratischen
Ansatz ohne Jury gewählt.
Signalwirkung für
die künftige Friedhofsentwicklung
Initiator Matthäus
Vogel erhofft sich von der Dauerausstellung dennoch eine
Signalwirkung für die künftige Friedhofsentwicklung.
"Menschen, die sich Gedanken zur Gestaltung eines Grabes machen,
folgen oft den von den Friedhofsträgern unterstützten
Trends sowie den Vorgaben der am Friedhof tätigen Gewerke, weiß
er aus Erfahrung. Die auf Landes- und Bundesgartenschauen
präsentierten Mustergräber seien qualitätvoll,
aber diese Präsentationen seien zeitlich begrenzt und würden
nicht von jedermann besucht. "Mit der Dauerausstellung auf dem
Hauptfriedhof in Karlsruhe können wir hingegen über Jahre
ganz verschiedene Menschen erreichen." Seit neun Jahren
veranstaltet das Info-Center Führungen über den
Hauptfriedhof, darunter auch einige für Kinder und Jugendliche.
Pro Jahr werden rund 1000 Menschen über den Friedhof
geführt. Auf Führungen durch die Dauerausstellung wird den
Teilnehmern nahe gebracht, was alles möglich ist.
Auszüge
aus dem Artikel von Bärbel Holländer
aus der
Fachzeitschrift "Naturstein" vom 10.6.2011
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