„Der Weg des Lebens
ist begrenzt,
die Erinnerung
jedoch unendlich.

Schäferstr. 11
Bus Linie 32, Halte­stelle Schäferstr.

Friedhof Hagsfeld

Sowohl die Pflanzen wie auch unsere Hoffnung wachsen in das Licht der Zukunft ..

Friedhof Hagsfeld

Wie viele Besitztümer in der Region gehörte auch Hagsfeld zu jenen des auf der westlichen Seite des Rheines gelegenen Klosters Weißenburg und wurde als solches unter dem Namen „Habachsfeld“ für das Jahr 991 erstmals urkundlich erwähnt. Mit der Übernahme der Markgrafen von Baden gehörte das Dorf nach der Reformation und der Teilung der Markgrafenschaft zu der protestantischen Linie von Baden-Durlach.

Der Gottesacker der Gemeinde lag schon im Mittelalter um die dem heiligen Laurentius geweihten Kirche, die bereits 1499 als Eigentum des Klosters Gottesau erstmals erwähnt wird. Rings um die Anlage veranlassten die Neffen des verstorbenen Markgrafen Karl Wilhelm, Karl August und Karl Wilhelm Eugen, den Bau einer Einfassungsmauer. Das sandsteinerne Eingangsportal trägt noch heute eine lateinische Inschrift, die an das Ereignis erinnert. 1829 bei der Erweiterung des Friedhofes wurde das Tor versetzt und die Ringmauer ergänzt. Der Torbogen erhielt dabei einen Schlussstein mit einem Zitat der Johannesoffenbarung.

Wie in den meisten Dörfern wurde auch in Hagsfeld bis ins frühe 20. Jahrhundert der Verstorbene zuhause aufgebart und mit einem Leichenzug geleitet. 1922 begannen die Planungen für den ersten Bau einer Leichenhalle auf dem Friedhof. Sie wurde durch den Architekten Martin Liebig westlich der Kirche errichtet. Bereits Anfang der 70er Jahre hatte der schlichte Zweckbau ausgedient und wurde 1974 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Ein Brand 1986 beschädigte diesen aber so stark, dass er abgerissen werden musste und drei Jahre später die heutigen Räumlichkeiten errichtet wurden. Es entstand eine neue Aussegnungshalle mit einem ausgeprägten Holzwerk, die an der westlichen Giebelwand eine künstlerische Glasgestaltung von Barbara Jäger und OMI Riesterer erhielt. Wie schon im 19.Jahrhundert im Schlussstein des Torbogens griffen die Künstler auf die Offenbarung des Johannes zurück. Angelehnt an das Kapitel 21 über das himmlische Jerusalem entwarfen sie unter dem Motto „sowohl die Pflanzen wie auch unsere Hoffnung wachsen in das Licht der Zukunft  - unsere Hoffnung auf ewiges Leben“ einen sich im Fenster aufragenden zwölfblütigen Lebensbaum.

In der direkten Verlängerung des Eingangs wurde nach dem Zweiten Weltkrieg das Ehrendenkmal für die Gefallenen des Deutsch – Französischen Krieges von 1870/71 aus dem Ort hier her versetzt. Der Militärverein Hagsfeld stiftete es den „tapferen Kriegern des rumreichen Feldzuges“.